Die Wirtschaftskammer Burgenland kündigt einen strikten Sparkurs an. Mitarbeiter werden abgebaut, offene Stellen nicht nachbesetzt und die Organisation soll verschlankt werden. Begründet wird dies mit der angespannten wirtschaftlichen Lage und sinkenden Einnahmen. Gleichzeitig erinnert die FPÖ Landtagsabgeordnete Michelle Whitfield daran, dass erst vor wenigen Monaten die Funktionärsentschädigungen der Wirtschaftskammer bundesweit massiv erhöht wurden. Im Burgenland hätte die Entschädigung des Präsidenten von rund 6.976 Euro auf über 10.800 Euro monatlich steigen sollen. Erst nach heftiger öffentlicher Kritik wurde die Erhöhung wieder zurückgenommen.
„Die Wirtschaftskammer fordert von Betrieben, Mitarbeitern und der öffentlichen Hand laufend Sparsamkeit und Kostenbewusstsein ein. Umso unverständlicher war es, dass man sich selbst zunächst Gehaltserhöhungen von bis zu 55 Prozent genehmigen wollte“, kritisiert FPÖ-Wirtschaftssprecherin Michelle Whitfield. „Wenn heute Mitarbeiter eingespart werden müssen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie dieser Sparkurs ausgesehen hätte, wenn die Funktionärsentschädigungen tatsächlich dauerhaft auf diesem Niveau geblieben wären.“
Whitfield sieht darin ein Problem der Glaubwürdigkeit: „Die Rücknahme der Erhöhung war richtig, aber sie erfolgte erst nach öffentlichem Druck. Die Burgenländer erwarten zu Recht, dass jene, die anderen wirtschaftliche Vernunft predigen, diese auch selbst vorleben.“ Die FPÖ-Abgeordnete fordert volle Transparenz über die finanzielle Entwicklung der WKO Burgenland: „Wer Stellen abbaut und gleichzeitig höhere Entschädigungen für Spitzenfunktionäre beschließt, sendet das falsche Signal. Sparen muss immer zuerst an der Spitze beginnen.“
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen unsere Unternehmer eine starke und glaubwürdige Interessenvertretung. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Vorbildwirkung. Die Burgenländer haben ein Recht darauf zu erfahren, warum für Mitarbeiter gespart werden muss, während man sich wenige Monate zuvor noch deutlich höhere Funktionärsbezüge leisten wollte“, so Whitfield abschließend.
08. Juni 2026