„Niemand sucht sich aus, krank zu werden. Niemand nimmt einen Krankentransport zum Vergnügen in Anspruch. Wer darauf angewiesen ist und dafür zusätzlich zur Kasse gebeten wird, bekommt einen Schlag ins Gesicht. Das ist ein sozialpolitischer Skandal“, erklärt FPÖ-Landtagsabgeordneter Markus Wiesler angesichts des angekündigten Versands von rund 87.000 ÖGK-Rechnungen für planbare Krankentransporte.
„Die Menschen gehen arbeiten, zahlen ihre Beiträge und vertrauen darauf, im Krankheitsfall abgesichert zu sein. Wozu zahlen sie jahrelang ein, wenn sie ausgerechnet dann erneut zur Kasse gebeten werden, wenn sie Hilfe brauchen? Ein planbarer Behandlungstermin macht einen notwendigen Transport noch lange nicht zum Luxus“, stellt Wiesler klar.
Besonders alarmierend sei der berichtete Rückgang der Krankentransporte, den die ÖGK unter anderem mit den Selbstbehalten begründet. „Hier muss die Frage gestellt werden: Verzichten Menschen aus Geldnot auf notwendige Fahrten? Weniger Transporte sind kein Erfolg, wenn dahinter finanzielle Hürden für kranke Menschen stehen. Wer ohnehin gesundheitlich angeschlagen ist, braucht Unterstützung und keine zusätzliche Rechnung.“
Wiesler nimmt SPÖ-Gesundheitsministerin Korinna Schumann politisch in die Pflicht: „Unter einer sozialdemokratischen Gesundheitsministerin wird das Soziale im Gesundheitssystem ausgehöhlt. Beiträge kassieren und im Krankheitsfall zusätzliche Hürden errichten – das ist eine Entkernung der sozialen Absicherung.“
Die FPÖ habe das Problem längst im Landtag aufgegriffen: „Wir haben die Abschaffung beziehungsweise Aussetzung dieser Selbstbehalte und die Prüfung von Landesunterstützungen verlangt. Die SPÖ hat die Unterstützung auf Landesebene aus unserem Antrag gestrichen. Mit bloßen Aufforderungen an Wien ist den Betroffenen aber nicht geholfen.“
Deshalb fordert Wiesler erneut eine Ausgleichszahlung des Landes Burgenland für Betroffene, die auf medizinisch notwendige Krankentransporte angewiesen sind: „Bis diese Selbstbehalte abgeschafft werden, muss das Land die Belastung abfedern. Gerade im ländlichen Burgenland ist der Weg zur Behandlung für viele ältere und eingeschränkte Menschen ohne Krankentransport kaum zu bewältigen. Doskozil muss handeln. Soziale Verantwortung zeigt sich daran, ob Hilfe bei den Menschen ankommt!“