Der Verband freiheitlicher und unabhängiger Gemeindevertreter Burgenland (VfG) hat bei der Verbandsversammlung des Burgenländischen Müllverbandes vor genau einer Woche gegen die Tariferhöhung für das Jahr 2027 gestimmt. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einer 120-Liter-Restmülltonne und einer 80-Liter-Biotonne würde die Jahresbelastung von 157,19 auf 188,65 Euro steigen. Das entspricht einem Plus von rund 20 Prozent.
„Gerade jetzt, wo Lebensmittel, Energie und Wohnen immer teurer werden, dürfen wir den Bürgern nicht auch noch deutlich höhere Müllgebühren aufbürden“, erklärt VfG-Präsident LAbg. Mario Jaksch. Die Ablehnung richte sich ausdrücklich nicht gegen den BMV, seine Leistungen oder seine Mitarbeiter.
Der BMV verweist darauf, dass die Gebühren seit 23 Jahren nicht erhöht wurden. Für den VfG ist das jedoch kein ausreichender Grund, jetzt automatisch die volle Mehrbelastung an die Haushalte weiterzugeben.
Der Rechnungsabschluss 2025 weist weiterhin Kapitalrücklagen von rund 54 Millionen Euro aus. Davon entfallen rund 26,7 Millionen Euro auf die Rücklage für abfallwirtschaftliche Vorsorge. Gleichzeitig verfügt der Verband über erhebliche Finanzanlagen.
„Diese Reserven wurden über Jahre auch mit den Beiträgen der Bürger aufgebaut. Bevor die Tarife um 20 Prozent steigen, soll geprüft werden, welcher Teil davon noch einmal gezielt zur Abfederung eingesetzt werden kann. Gleichzeitig brauchen wir einen nachvollziehbaren Plan, wie das operative Defizit dauerhaft reduziert wird”, fordert Jaksch.
Für den VfG steht fest, dass der BMV in der Verantwortung der Gemeinden bleiben muss. „Wir wollen einen wirtschaftlich stabilen und unabhängigen Müllverband, aber keinen Griff in die Geldbörsen der Bürger, solange noch vertretbare Alternativen vorhanden sind“, stellt Jaksch klar.