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28. März 2020

Ungarn schottet sich ab und viele Räder stehen still.

Jetzt muss ein rasches Umdenken her!

Für die FPÖ Burgenland äußert sich Landesparteisekretär NR Christian Ries zur Abschottung Ungarns. Seit der letzten Verschärfung der Grenzübertrittsbestimmung,

auch für ungarische Pendler, steht speziell das Burgenland jetzt vor kaum lösbaren Problemen. Im Gesundheits- und Pflegebereich werden die Arbeitskräfte ebenso

fehlen wie im Bereich des Gewerbes und der Landwirtschaft. „Jetzt wird schonungslos offenbar, wie abhängig wir uns von unseren Nachbarn gemacht haben. Jetzt

muss nicht nur schleunigst ein Umdenken stattfinden, sondern danach muss auch entsprechend gehandelt werden. Speziell ein Gesundheits- und Pflegesystem, das

auf Arbeitskräfte außerhalb Österreichs angewiesen ist, ist ein Versorgungsrisiko. Zuerst ist die Bundesregierung gefordert mit Ungarn eine Einigung für die Pendler-

frage zu erzielen, danach ist die Landesregierung gefordert. Denn der Umstand, dass so viel geschultes einheimisches Pflegepersonal fehlt, hat auch seine Gründe“, so Ries.


Der Landesparteisekretär der FPÖ Burgenland, Christian Ries, sieht die Bundesregierung in der Lösung der Pendlerfrage zu den verschärften

Einreisebestimmungen am Zug und fordert ein Umdenken und auch Handeln von Seiten der Landesregierung zur Stärkung des Gesundheits- und Pflegebereichs im Burgenland.

 

„Ja, unser Nachbar Ungarn ist ein störrischer Partner in Europa, aber wie wir seit den „Konfiskationen“ von Hilfslieferungen in Polen und Tschechien erfahren haben, sind sie

nicht die einzigen. Die de facto Grenzschließung, die den Pendlerverkehr nun zum Erliegen bringen wird, hat weitreichende Konsequenzen für das Burgenland, aber auch für die

ungarischen Tagespendler, denen ihre Löhne und Gehälter jetzt wegbrechen werden. Die Konsequenzen dieses Wegfalls verlässlicher, meist Langzeitarbeitskräfte, könnten sich

in den kommenden Monaten dramatisch auf die Grundversorgung und das Gesundheitssystem auswirken. Es werden auch Felder in der Zeit der Aussaat nicht bestellt werden können.

Weingärten bedürfen spätestens jetzt und nicht in vier Wochen des Rebschnitts. Wenn in unseren Spitälern noch Pflegepersonal temporär wegen Infizierungen mit dem Corona Virus

wegbricht, womit man rechnen muss, und gleichzeitig die Kollegen und Kolleginnen aus Ungarn nicht einreisen dürfen, wird es wirklich dramatisch. Ebenso werden auch Ärzte in den

Spitälern fehlen. Die Zeit drängt, von Seiten der Bundesregierung muss sofort gehandelt werden!“, so Ries.

 

Ries zur Performance der Bundesregierung: „Wenn der Außenminister damit aktuell überfordert ist, dann soll ihm die Europaministerin Edtstadler zur Seiten springen und sofort die

Verhandlungen mit Ungarn aufnehmen. Edtstadlers Freude über die EU-Erweiterung durch Albanien und Nordmazedonien ist nett, aber zurzeit nicht einmal von drittrangigem

Interesse der Republik. Es ist auch verzichtbar, dass Edtstadler zunehmend bei Pressekonferenzen die Gouvernante von Zadic mimt. Die Regierungsarbeit darf sich in aktuellen

Krisen insgesamt nicht auf die Gestaltung von Showeffekten bei Pressekonferenzen beschränken. Jetzt wäre es angebracht mit europäischen Nachbarn die notwendigen Gespräche zur

Zusammenarbeit zu führen.“

 

Ries weiter: „An die Landesregierung müssen wir den Appell richten, die Abhängigkeit von Burgenlands Gesundheitssystem von ungarischen oder slowakischen Arbeitskräften zurückzudrängen.

Die Abhängigkeit hat handfeste Gründe und die sind im Geldbörserl der Pflegekräfte zu finden. Nicht nur, dass wir mehr diplomiertes Pflegepersonal ausbilden müssen, wir müssen das

Burgenland auch finanziell attraktiver für unser Pflegepersonal machen. Nicht wenige Fachkräfte wechseln des Gehalts wegen nach einiger Zeit nach Wien, Vorarlberg oder die Schweiz.

In jedem anderen Bundesland findet diplomiertes Personal bessere und lukrativere Arbeitsbedingungen vor und werden auch ob ihrer guten Ausbildung tüchtig abgeworben. Wenn man

bedenkt, dass diplomiertes Krankenpflegepersonal mit rund 20 Dienstjahren im Burgenland ca. € 2.000.- netto verdient, so ist die Abwanderung von Fachkräften nicht weiter verwunderlich.

Wir fordern daher ein rasches Umdenken, was die Versorgungssicherheit im burgenländischen Gesundheits- und Pflegebereich betrifft! Gerade sie sind zurzeit die Helden des Alltags, also

vergessen wir auch nach der Krisenzeit nicht auf sie“, so Ries abschließend.

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