Skip to main content
25. Februar 2026

Ticket Blau ist ein Schritt – Sicherheit braucht Verlässlichkeit im Alltag

Verkehrssprecher LAbg. Thomas Grandits begrüßt das von den Verkehrsbetrieben Burgenland (VBB) eingeführte „Ticket Blau“ als Instrument zur Stärkung der Fahrgastsicherheit.

„Eine niederschwellige und diskrete Möglichkeit, auf eine Bedrohungssituation aufmerksam zu machen, kann deeskalierend wirken und Betroffenen helfen, rasch Unterstützung zu erhalten“, so Grandits. Entscheidend sei jedoch, dass hinter einem solchen Signal auch ein klarer, verbindlicher Ablauf steht.

Grandits erinnert in diesem Zusammenhang an den Vorfall vom September 2025 auf der Pendlerlinie B01, bei dem eine Frau in einem VBB-Bus sexuell belästigt wurde. Obwohl der Lenker informiert wurde, erfolgte durch den Fahrer keine Verständigung von Leitstelle oder Polizei. „Dieser Fall hat deutlich gemacht, dass Dienstanweisungen nur dann Wirkung entfalten, wenn sie im Ernstfall entschlossen umgesetzt werden. Wer ein öffentliches Verkehrsmittel lenkt, trägt Verantwortung für die Sicherheit aller Fahrgäste.“

Auch die Wirksamkeit des „Blauen Tickets“ müsse nüchtern betrachtet werden. Grandits sieht mögliche Schwachstellen:


· Ein öffentlich bekanntes Codewort wird von Tätern rasch durchschaut werden.

· Die Anonymität ist eingeschränkt, wenn der Täter die Interaktion zwischen Fahrgast und Lenker beobachtet.

· Ohne eine sofort greifende Interventionskette – etwa die umgehende Einbindung von Leitstelle oder Polizei – verliert das System an Schlagkraft.


„Ein Präventionsinstrument schützt nachhaltig, wenn es nicht leicht zu umgehen ist und wenn der Ablauf dahinter rasch, klar und verlässlich funktioniert. Hier sind die VBB und das Land gefordert, nachzuschärfen“, betont Grandits.

Zudem verweist er auf die strukturelle Situation im burgenländischen Busverkehr. „Viele Linien sind über weite Strecken mit nahezu leeren Fahrzeugen unterwegs. Diese sogenannten Geisterbusse fahren mit wenigen oder gar keinen weiteren Fahrgästen durch das Land. Wo soziale Kontrolle fehlt, steigt die Verantwortung des Fahrpersonals umso mehr. Gerade dort braucht es erhöhte Aufmerksamkeit und konsequentes Handeln.“

Bereits im Vorjahr wurde vom Freiheitlichen Landtagsklub Burgenland die Plattform Geisterbusse.info eingerichtet. „Diese Seite versteht sich als anonyme und geschützte Meldestelle. Bürger können dort sicher Hinweise auf Fehlentwicklungen im Land oder in landesnahen Gesellschaften einbringen, ohne persönliche Nachteile befürchten zu müssen. Das kann ein Vorfall in einem Geisterbus sein, ebenso aber auch dubiose Vorgänge in Büros, Betrieben oder Beteiligungsgesellschaften des Landes. Transparenz und Schutz für Hinweisgeber sind zentrale Voraussetzungen für saubere Strukturen.“

Abschließend hält Grandits fest: „Sicherheit im öffentlichen Verkehr entsteht durch klare Abläufe, geschultes Personal und nachvollziehbare Kommunikation. Das Ticket Blau kann ein Baustein sein. Vertrauen wächst durch konsequentes Handeln im täglichen Betrieb.“

© 2026 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.