Die letzten Tage wurde die burgenländische Gemeinde Zurndorf Zeuge einer bemerkenswerten Posse rund um ein - angeblich - geplantes Resozialisierungszentrum für geistig abnorme Rechtsbrecher: Von der ersten Information bis zur völligen 180 Grad-Wendung der SPÖ-Justizministerin, einer völligen Abschwörung auf derartige Einrichtungen im ganzen Burgenland inbegriffen, dauerte es nur wenige Tage. Wobei SPÖ-Klubobmann Roland Fürst mittlerweile einräumt, dass die Landesregierung bereits einen Tag vorab informiert worden wäre.
Angesichts dieser mehr als seltsamen zeitlichen Abfolge, die dankenswerterweise noch dazu in die saure Gurken-Zeit des Sommerlochs fällt, glaubt in der FPÖ niemand an einen Zufall. FPÖ-Landesparteiobmann Alexander Petschnig vermutet ganz im Gegenteil eine abartige Schmierenkomödie der SPÖ auf dem Rücken der Zurndorfer Bevölkerung: „Wenn ich an die Asylheim-Farce in Eberau zurückdenke, so brauchte es damals Monate und eine Volksbefragung, um die damalige Innenministerin zum Rückzug zu zwingen. Und jetzt soll die SPÖ-Justizministerin binnen weniger Tage vollständig umfallen?“
Petschnig weiter: „Das ganze Burgenland ist froh, dass diese Institution bei uns nicht kommen wird. Es sieht aber ganz danach aus, dass dies ohnehin nie wirklich geplant gewesen wäre. Denn entweder ist die SPÖ-Justizministerin politisch noch unbedarfter als ihr Chef Babler und wusste einfach nicht, dass im Burgenland ihre SPÖ in der Regierung sitzt, oder man wollte Doskozil nach seiner Serie an politischen Niederlagen - letztes Stichwort: Müllverband - endlich wieder einen ´Erfolg´ zuschieben und praktischerweise gleich vom politischen Totalversagen der Doskozil-SPÖ in der Gemeindepolitik ablenken! Beides würde aber völlig inakzeptable Spielchen auf dem Rücken der Menschen bedeuten. Die SPÖ soll sich was schämen!“.
Abschließend kündigt der FPÖ-Landeschef an, Licht in die Sache zu bringen: „Ich werde gleich in der kommenden Woche mit einer schriftlichen Anfrage an die Justizministerin mit der Aufklärungsarbeit beginnen. Es muss öffentlich geklärt werden, wer wann wie und warum überhaupt auf die Idee mit dem vermeintlichen Standort Zurndorf kam, wer wann von wem informiert worden ist und ob es zwischen der SPÖ-Justizministerin, dem SPÖ-Landeshauptmann und dem SPÖ-Bürgermeister von Zurndorf wirklich keinerlei Gesprächsbasis gibt, wie man zuletzt behauptet hat. Insbesondere den SPÖ-Vertretern in der Bundesregierung muss schleunigst abgewöhnt werden, derartige miese Schauspiele auf Kosten der Betroffenen zum Besten zu geben“!