Das neue Krankenhaus Oberwart steht da wie ein modernes Versprechen. Glas, Technik, Hochglanz. Doch für viele Patienten endet dieses Versprechen im Wartezimmer – und zwar monatelang. Die Realität ist brutal ehrlich: Wer rasch Hilfe braucht, bekommt Termine erst dann, wenn die Angst längst mitbehandelt wird.
LAbg. Markus Wiesler legt konkrete Fälle offen, die das strukturelle Versagen der rot geführten Gesundheitspolitik im Burgenland schonungslos sichtbar machen. Ein Patient mit Verdacht auf ein Prostata-Karzinom erhält im Krankenhaus Oberwart erst im Mai einen CT-Termin. Monate des Wartens bei einem möglicherweise lebensbedrohlichen Befund. Monate der Unsicherheit. Monate, in denen Zeit über Gesundheit entscheidet. Das Personal kennt die Lage und verweist selbst auf Ausweichmöglichkeiten in andere Bundesländer zu spezialisierten Einrichtungen, weil es vor Ort schlicht keine zeitgerechten Kapazitäten gibt.
Ein weiterer Fall: Ein rund 60-jähriger Mann mit massiven Schmerzen und bereits eingetretener Immobilität wartet seit Monaten auf eine dringend notwendige Gelenksoperation. Schmerz wird zum Dauerzustand, Bewegung zur Erinnerung. Auch dieser Fall ist kein Einzelfall. Dieses Bild zieht sich quer durch das System.
„Ich sage das ganz klar und ohne jede Einschränkung: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus Oberwart leisten hervorragende Arbeit. Sie sind freundlich, engagiert und professionell. Mein ausdrücklicher Dank gilt ihnen“, stellt Wiesler fest. „Gerade deshalb ist es untragbar, dass ein strukturelles Versagen auf politischer Ebene ihre Arbeit entwertet und Patienten in endlose Warteschleifen zwingt.“
Immer mehr Menschen stellen sich eine berechtigte Frage: Warum zahlen wir jahrzehntelang in ein Gesundheitssystem ein, wenn es genau dann nicht funktioniert, wenn wir es dringend brauchen? Diese Frage hören Ärztinnen, Pfleger und Verwaltungspersonal täglich – sie können sie aber nicht beantworten, weil die Verantwortung nicht bei ihnen liegt.
Wer in dieser Situation von Seiten der SPÖ oder des Landeshauptmannes erklärt, hier sei „alles gut“ oder das Krankenhaus Oberwart sei „das beste“, verliert jeden Bezug zur Realität der Betroffenen. Das ist keine Erfolgsmeldung, das ist eine Verhöhnung jener Menschen, die auf rasche Diagnosen und Hilfe angewiesen sind. Für Patienten mit möglicherweise bedrohlichen Befunden ist monatelanges Warten kein organisatorisches Detail, sondern eine existentielle Belastung. Wiesler fordert klare Konsequenzen: deutlich mehr CT, MR- und OP-Kapazitäten, eine funktionierende Terminsteuerung, verbindliche medizinische Priorisierungen und ein Ende der politischen Selbstzufriedenheit. „Moderne Gebäude ersetzen keine funktionierenden Abläufe. Ein Gesundheitssystem darf kein Geduldsspiel sein.“
Das Problem sitzt nicht beim Personal. Das Problem sitzt im System – und damit bei jenen, die es politisch verantworten. Solange weiter beschönigt wird, zahlen die Patienten den Preis.