01. April 2026

Rebzikade: Es braucht vor allem einen wirtschaftlichen Unterstützungsplan für die Winzer

Wiesler: Rodungsbescheide sind zu wenig! Wo bleibt die Spritzmittelverordnung!?

Die aktuelle Entwicklung rund um die Rebzikade bestätigt, was wir seit Monaten klar sagen: Reine Strafrahmen, Rodungsbescheide und bürokratische Maßnahmen allein werden diese Krise nicht lösen. Die FPÖ hat hier von Anfang an recht behalten. Wer glaubt, mit Verordnungen und Druck die Krankheit in den Griff zu bekommen, übersieht das Wesentliche: Die wirtschaftliche Existenz unserer Weinbauern steht auf dem Spiel.

Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner steht in der Verantwortung. Statt klarer, durchdachter Maßnahmen erleben die Winzer derzeit vor allem Unsicherheit, Belastung und fehlende Perspektiven. So kann und darf man mit einer tragenden Säule unserer regionalen Wirtschaft nicht umgehen.

Es ist völlig unverständlich, dass bis heute kein umfassender wirtschaftlicher Unterstützungsplan auf dem Tisch liegt. Wer Rodungen verlangt, muss auch bereit sein, die Konsequenzen abzufedern. Alles andere ist verantwortungslos. Die FPÖ fordert daher einen klaren, sofort umsetzbaren Drei-Punkte-Plan:

Erstens: Rodungsprämie für nicht bewirtschaftete Weingärten.

Viele dieser Flächen gehören Nebenerwerbslandwirten, die ihre Tätigkeit bereits eingestellt haben. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, zusätzliche Flächen zu pachten, aufgrund der angespannten Lage in der Weinwirtschaft stark gesunken. Genau hier braucht es einen gezielten finanziellen Anreiz, damit diese Flächen rasch gerodet und aus dem System genommen werden. Dieser Anreiz muss zeitlich befristet – etwa auf zwei Monate – gesetzt werden, um rasch Wirkung zu erzielen.

Zweitens: Finanzielle Unterstützung für die Wiederbepflanzung.

Wer heute rodet, darf morgen nicht alleine gelassen werden. Ohne Unterstützung bei der Neuauspflanzung wird es keinen nachhaltigen Wiederaufbau geben. Das Land muss hier Verantwortung übernehmen und Investitionen ermöglichen.

Drittens: Ausfallsprämie für betroffene Haupterwerbswinzer.

Für jene, die vom Weinbau leben, bedeuten Rodungen massive Einkommensverluste. Eine gezielte Ausfallsprämie ist daher unumgänglich, um Existenzen zu sichern und ein Ausbluten der Branche zu verhindern.

Wir sind überzeugt: Dieser Zugang ist für das Land Burgenland langfristig deutlich günstiger und nachhaltiger als das derzeitige planlose Vorgehen. Während aktuell zugeschaut wird, fühlen sich die Winzer alleingelassen und genau das ist der falsche Weg.

Darüber hinaus bleibt eine zentrale Frage weiterhin unbeantwortet: Wo bleibt die längst notwendige Spritzmittelverordnung? Wenn man die Rebzikade ernsthaft bekämpfen will, braucht es auch klare, praktikable Regelungen in diesem Bereich. Hier herrscht Stillstand und das ist nicht akzeptabel.

Es braucht jetzt endlich positive Signale. Nicht bewirtschaftete Weingärten müssen rasch entfernt werden, Betriebe brauchen Planungssicherheit, und die Politik muss zeigen, dass sie hinter den Winzern steht und nicht gegen sie arbeitet.

Fakt ist: Ohne wirtschaftliche Absicherung wird diese Krise eskalieren. Und dann reden wir nicht mehr nur über Pflanzenkrankheiten, sondern über den Verlust ganzer Existenzen und eines wichtigen Teils unserer burgenländischen Identität.

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