„Welcher Betrieb stellt einen arbeitslosen 62-Jährigen ein? Und was sagen Sie einem Maurer, dessen Rücken nach Jahrzehnten auf dem Bau nicht mehr mitspielt?”, fragt der FPÖ-Pensionistensprecher LAbg. Mario Jaksch als Reaktion auf die Forderung des AMS-Chefs Kopf nach einem höheren Pensionsalter in der gestrigen ORF-Pressestunde.
Im September 2026 waren österreichweit 95.574 Menschen über 50 Jahre arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Kopf beschreibt das Problem im selben Interview selbst: Ältere Arbeitslose hätten deutlich schlechtere Chancen, wieder einen Job zu finden. Wer keine Älteren einstelle, habe auch keinen Arbeitskräftemangel, stellte der AMS-Chef fest.
„Dann müssen aus dieser Erkenntnis auch Antworten folgen. Wer länger arbeiten soll, braucht einen Betrieb, der ihn einstellt und eine Arbeit, die er gesundheitlich noch bewältigen kann“, hält Jaksch fest.
Besonders deutlich wird Jaksch bei der Lebensleistung: „Wer mit 15 Jahren beginnt und bis zum 65. Lebensjahr durchgehend arbeitet, hat 50 Berufsjahre geleistet. Irgendwann muss es auch genug sein. Über zusätzliche Arbeitsjahre lässt es sich am Bürosessel leichter reden als auf dem Gerüst oder nach Jahrzehnten im Schichtbetrieb.“
Jaksch lehnt eine pauschale Anhebung des Pensionsalters ab: „Wer länger arbeiten kann und möchte, soll das können. Aber wer nach jahrzehntelanger Schwerarbeit nicht mehr kann, verdient eine faire Pension statt zusätzlicher Hürden“, stellt Jaksch klar.