30. September 2026

Nahversorgung im Südburgenland sichern – Land muss endlich handeln

Greißlersterben ist keine Naturgewalt – das Land kann und muss gegensteuern

„Die aktuellen Zahlen der Nahversorgerstudie zeigen deutlich, dass die Sicherung der Nahversorgung gerade für kleine Gemeinden eine zentrale Herausforderung der Dorfentwicklung ist“, erklärt der FPÖ-Sprecher für Dorfentwicklung, LAbg. Mag. Thomas Grandits.

Das Burgenland weist dabei den niedrigsten Versorgungsgrad mit Lebensmittelgeschäften aller Bundesländer auf: 12 Prozent der burgenländischen Bevölkerung leben in Gemeinden ohne Lebensmittel-Nahversorger. Österreichweit sind es fünf Prozent. Insgesamt hatten im Jahr 2024 401 von 2.114 Gemeinden keinen eigenen Lebensmittel-Nahversorger – davon sind gerade kleine Orte besonders stark betroffen.

„Besonders dramatisch ist die Situation in Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern. Dort haben rund sieben von zehn Gemeinden keinen Lebensmittel-Nahversorger mehr. Das trifft gerade das Südburgenland mit seiner kleinteiligen Gemeindestruktur besonders hart. Wenn der letzte Greißler zusperrt, verliert ein Ort nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern ein wichtiges Stück Infrastruktur und Lebensqualität.“

Grandits fordert daher konkrete Maßnahmen des Landes: „Die Landesregierung muss gemeinsam mit den Gemeinden neue und flexible Fördermodelle entwickeln, damit sich Nahversorger auch in kleinen Ortschaften wieder ansiedeln oder bestehende Geschäfte erhalten werden können. Gerade die zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner ist hier gefordert, im Rahmen der Dorfentwicklung entsprechende Schwerpunkte zu setzen.“

Dabei müsse man auch alternative Betriebsmodelle stärker berücksichtigen. „Es gibt im Burgenland bereits ein Beispiel dafür, dass gemeinschaftliche Lösungen funktionieren können. In Strem wurde nach dem Aus des letzten Lebensmittelgeschäfts der ‚Verein zur Sicherung der Grundversorgung in Strem‘ gegründet. Der Verein investierte 130.000 Euro, bietet rund 2.000 Artikel des täglichen Bedarfs an und konnte damit sogar fünf Arbeitsplätze schaffen. Auch eine Hauszustellung und ein Postpartner wurden in das Modell integriert.“

„Genau solche Modelle müssen wir unterstützen und weiterentwickeln. Nicht jede kleine Gemeinde braucht einen klassischen Supermarkt. Aber jede Gemeinde sollte die Chance haben, eine funktionierende und wohnortnahe Versorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln sicherzustellen – insbesondere für die ältere Generation und Menschen, die nicht jederzeit auf ein Auto zurückgreifen können“, so Grandits abschließend.

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