29. Mai 2026

Millionen an Förderungen können wirtschaftliche Schwächen im Burgenland nicht mehr überdecken

Der aktuelle Wirtschaftsförderungsbericht 2025 des Landes Burgenland zeigt auf den ersten Blick hohe Fördersummen und millionenschwere Investitionen. Bei genauer Betrachtung offenbaren sich jedoch deutliche strukturelle Schwächen und eine gefährliche Abhängigkeit von öffentlichen Fördergeldern. Für FPÖ-Klubobmann Christian Ries steht fest: „Die Wirtschaft im Burgenland kämpft trotz millionenschwerer Förderprogramme weiterhin mit massiven Problemen. Der Bericht bestätigt, dass viele Betriebe nur mehr mit staatlicher Unterstützung über Wasser gehalten werden.“

Zwar wurden laut Bericht 2025 rund 18,7 Millionen Euro an Fördermitteln genehmigt und damit Investitionen von über 118 Millionen Euro ausgelöst, gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit im Burgenland jedoch um 4,4 Prozent an. Besonders alarmierend sei der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen um 45 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl offener Stellen um 17 Prozent zurück.

„Gerade der Gesundheits- und Pflegebereich zeigt die ganze Schieflage der aktuellen Politik. Während die Landesregierung laufend neue Förderprogramme präsentiert, verschärft sich gleichzeitig der Personalmangel in Pflege und Sozialbereich massiv. Wenn die Arbeitslosigkeit in diesem sensiblen Bereich um 45 Prozent steigt, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass die strukturellen Probleme längst nicht mehr gelöst werden“, betont Ries.

Besonders kritisch sieht die FPÖ die Entwicklung im industriell-gewerblichen Bereich. Dort sank die Zahl der genehmigten Förderprojekte von 146 im Jahr 2024 auf nur mehr 80 im Jahr 2025. Gleichzeitig gingen Investitionsvolumen und genehmigte Zuschüsse massiv zurück.

„Gerade die Industrie leidet massiv unter hohen Energiepreisen, überbordender Bürokratie und der schwachen Nachfrage aus Deutschland. Der Bericht spricht selbst von rückläufigen Exporten und einer verhaltenen Konjunktur. Das sind die direkten Folgen einer falschen Wirtschafts- und Standortpolitik“, so Ries weiter.

Auch im Wohnbau und in der Bauwirtschaft erkennt Ries massive Warnsignale. Laut Bericht blieb die Bauwirtschaft 2025 weiterhin volatil, die erwartete Stabilisierung setzte sich nicht durch. „Der Wohnbau steckt weiterhin in der Krise. Hohe Baukosten, teure Kredite und überbordende Auflagen bremsen Investitionen massiv aus. Das trifft nicht nur die Bauwirtschaft, sondern auch viele Arbeitnehmer und Familien, die sich Eigentum kaum noch leisten können“, erklärt Ries.

„Es ist daher völlig klar, dass die Mietpreise und die Preise für Eigentumswohnungen im Burgenland massiv steigen. Teilweise liegen die Preissteigerungen bereits bei bis zu 33 Prozent. Gleichzeitig investiert das Land viel zu wenig in die Wohnbauförderung und schafft es nicht, ausreichend leistbaren Wohnraum zu sichern. Die Leidtragenden sind vor allem junge Familien, Arbeitnehmer und Menschen mit mittleren Einkommen, für die Eigentum oder leistbares Wohnen immer mehr außer Reichweite geraten“, so Ries.

Gleichzeitig zeige sich, dass selbst der Tourismus als einer der wenigen Wachstumsbereiche immer stärker von Förderungen abhängig werde. Im Jahr 2025 wurden im touristischen Bereich bereits 46 Förderprojekte mit Zuschüssen von über 2,1 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt wurden Investitionen von rund 16,7 Millionen Euro ausgelöst.

„Natürlich ist es positiv, wenn der Tourismus wächst. Aber auch hier muss man sich die Frage stellen, warum immer größere Investitionen nur mehr mit öffentlichen Zuschüssen möglich sind. Der Bericht zeigt klar, dass selbst in einem Rekordjahr enorme Fördermittel notwendig sind, um Investitionen anzukurbeln“, so Ries.

Besonders auffällig sei dabei die zunehmende Konzentration auf Förderprogramme für Beherbergung, Gastronomie und Freizeitwirtschaft. Allein im Bereich der Schwerpunktförderung Tourismus wurden 33 Projekte mit fast 1,8 Millionen Euro bezuschusst.

Auch die enorme Förderabhängigkeit vieler Projekte werfe grundsätzliche Fragen auf. So wurden etwa allein im Bereich Digitalisierung 138 Projekte mit mehr als 559.000 Euro unterstützt. „Digitalisierung ist wichtig. Gleichzeitig muss man sich fragen, warum Betriebe ohne ständige Zuschüsse kaum noch investieren können. Ein gesunder Wirtschaftsstandort braucht Rahmenbedingungen, die Eigeninitiative und Wachstum ermöglichen – nicht immer neue Fördertöpfe“, erklärt Ries.

Für Ries braucht es nun einen klaren wirtschaftspolitischen Kurswechsel: „Das Burgenland braucht wieder eine Politik für Leistungsträger, Betriebe und Arbeitnehmer. Weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten, eine echte Offensive für Pflege und Gesundheit, leistbaren Wohnbau sowie spürbare Entlastungen für die heimische Wirtschaft. Förderberichte alleine schaffen noch keinen nachhaltigen Aufschwung.“


© 2026 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.