Mehr als 63 Prozent der für das Burgenland vorgesehenen Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Sprachförderung wurden zuletzt nicht ausgeschöpft. Für FPÖ-Gemeindesprecher Landtagsabgeordneten Markus Wiesler ist das ein unhaltbarer Zustand. Während Millionenbeträge liegen bleiben, müssen zahlreiche Eltern weiterhin für den Transport ihrer Kinder zum Kindergarten bezahlen oder finanzschwache Gemeinden die Beförderung aus dem eigenen Budget finanzieren.
„Es kann nicht sein, dass sich die Landesregierung selbst als Vorreiter in der Kinderbetreuung feiert, gleichzeitig aber mehr als die Hälfte der möglichen Bundesmittel nicht abholt. Wenn die derzeitigen Förderkriterien für das Burgenland ungeeignet sind, dann müssen Bund und Land diese gemeinsam ändern. Am Ende zählt nicht die Ausrede, sondern dass das Geld bei unseren Kindern, Familien und Gemeinden ankommt“, stellt Wiesler klar.
Besonders betroffen seien die südburgenländischen Gemeinden. Viele von ihnen bestehen aus mehreren, weit auseinanderliegenden Ortsteilen. Der Kindergarten befindet sich häufig nur in einem zentralen Ortsteil, weshalb die tägliche Beförderung der Kinder unverzichtbar ist. In weiten Teilen des Nordburgenlandes seien die Siedlungsstrukturen hingegen kompakter und die Wege entsprechend kürzer.
„Eine Gemeinde mit z. B. fünf Ortsteilen hat beim Kindergartentransport einen völlig anderen Aufwand als eine kompakte Gemeinde ohne weit verstreute Ortsteile. Trotzdem bleiben die südburgenländischen Gemeinden weitgehend auf diesen Mehrkosten sitzen. Das ist eine strukturelle Schieflage, die endlich beseitigt werden muss“, fordert Wiesler.
Die FPÖ habe dieses Problem bereits im Oktober 2025 erkannt und einen Antrag für kostenlose und bedarfsgerechte Kindergartenbusse eingebracht. Gefordert wurden ein gemeinsames Modell von Land, Gemeinden und Verkehrsbetrieben, die vollständige Kostenfreiheit für Eltern, ein eigener sicherer Sitzplatz für jedes Kind sowie die Finanzierung aus dem Landesbudget.
„Die SPÖ hat unseren Antrag im Jänner 2026 im Ausschuss jedoch vollständig entkernt. Aus der konkreten Forderung nach kostenlosen Kindergartenbussen wurde mit roter Mehrheit eine allgemeine Entschließung über den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Elektrifizierung der Busflotte. Kein kostenloser Transport, keine Entlastung der Familien und kein finanzieller Ausgleich für die Gemeinden – das eigentliche Anliegen wurde einfach aus dem Antrag gestrichen“, kritisiert Wiesler.
Wenn bestehende Bundesmittel aufgrund enger Zweckbindungen nicht unmittelbar für Kindergartenbusse eingesetzt werden können, müsse die Bundesregierung die Förderkriterien entsprechend erweitern. Bis dahin sei die Landesregierung gefordert, ein eigenes Fördermodell zu schaffen und jene Gemeinden finanziell zu unterstützen, die den Kindergartenbus bereits kostenlos anbieten.
„Kostenlose Kinderbetreuung darf nicht an der Kindergartentür enden. Auch der notwendige Weg dorthin muss für die Familien leistbar sein. Wer Familien wirklich entlasten und das Südburgenland stärken will, muss kostenlose Kindergartenbusse ermöglichen. Bund und Land sollen sich daher nicht länger gegenseitig die Verantwortung zuschieben, sondern endlich eine dauerhafte Finanzierung auf die Beine stellen“, so Wiesler abschließend.