Die aktuelle Studie des Momentum Instituts bescheinigt dem Burgenland hohe Betreuungsquoten und einen deutlichen Ausbau vollzeittauglicher Kinderbetreuungsplätze. 42,7 Prozent der unter Dreijährigen und 97 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen besuchen eine institutionelle Betreuungseinrichtung. Bei den Drei- bis Fünfjährigen sind mittlerweile 74 Prozent der Plätze mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern vereinbar. Während SPÖ-Landesrätin Daniela Winkler darin einen Erfolg für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht, mahnt FPÖ-Landtagsabgeordnete und Bereichssprecherin für Bildung, Kinderbetreuung und Frauen, Michelle Whitfield, zu einer differenzierteren Betrachtung. Die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen sei zweifellos wichtig, dürfe jedoch nicht zum alleinigen Maßstab erfolgreicher Familienpolitik werden.
Im Mittelpunkt der Studie steht insbesondere der Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Kinderbetreuung und der Erwerbstätigkeit von Frauen. Dabei stellt sich auch die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert die Gesellschaft der familiären Erziehungsarbeit einräumt. Während institutionelle Kinderbetreuung öffentlich finanziert und ausgebaut wird, stehen Familien, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen möchten, häufig vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. „Kinder sind keine Wirtschaftsfaktoren und Mütter keine Arbeitsmarktreserve. Wer seine Kinder selbst betreut, leistet genauso wertvolle Arbeit wie jemand, der Vollzeit beschäftigt ist. Eine Gesellschaft darf den Wert von Eltern nicht an ihrer Erwerbsquote messen“, betont Whitfield.
Für die Freiheitlichen muss sich eine familienfreundliche Politik daher nicht nur an der Anzahl verfügbarer Betreuungsplätze, sondern auch an der tatsächlichen Wahlfreiheit der Eltern, der pädagogischen Qualität und den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Ein gut ausgebautes Betreuungsangebot und die Anerkennung häuslicher Erziehungsarbeit schließen einander nicht aus. Entscheidend sei, dass Familien unabhängig von ihrem gewählten Lebensmodell entsprechende Wertschätzung erfahren und echte Entscheidungsmöglichkeiten haben. „Wahlfreiheit bedeutet nicht, dass Familien zwischen den Möglichkeiten wählen dürfen, die der Staat bevorzugt. Echte Wahlfreiheit bedeutet, dass Eltern selbst entscheiden können, was für ihre Kinder richtig ist. Nicht die Arbeitsmarktstatistik, sondern das Wohl unserer Kinder muss der Maßstab erfolgreicher Familienpolitik sein“, so Whitfield abschließend.