Angesichts der Verurteilung des Kabarettisten Günther Paal wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial meldet sich der burgenländische FPÖ-Landtagsabgeordnete Rudolf Smolej zu Wort. Er sieht in dem Urteil einen notwendigen Schritt der Justiz, warnt jedoch eindringlich vor Doppelmoral und historischen Verklärungen im Kulturbetrieb.
„Das Gesetz hat hier gesprochen, und das ist ein wichtiges Zeichen. Dieses Urteil muss ein klares Signal senden: Es gibt im Kulturbetrieb keinen Freibrief für Missbrauch, ganz egal, welches Ansehen ein Täter in bestimmten Kreisen genießt“, betont Smolej.
Gleichzeitig äußert Smolej die dringende Hoffnung, dass dem Verurteilten in Zukunft jede Form der nachträglichen gesellschaftlichen oder künstlerischen Würdigung verwehrt bleibt. Hierbei zieht er eine Parallele zur historischen Aufarbeitung der Kommune um Otto Muehl auf dem Friedrichshof im Burgenland.
„Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit unter keinen Umständen wiederholen. Bei Otto Muehl hat es Jahrzehnte gedauert, bis das systematische Unrecht und der Missbrauch als das benannt wurden, was sie waren. Viel zu lange wurde weggesehen und Tätern eine Bühne oder gar eine spätere künstlerische Absolution erteilt. Das Erbe des Friedrichshofs muss uns eine ewige Mahnung sein: Der Opferschutz und die moralische Integrität müssen immer über vermeintlicher Kunstfreiheit stehen“, so Smolej weiter.
Der Landtagsabgeordnete fordert daher konsequente Wachsamkeit sowie ein konsequentes Umdenken im gesamten Kulturbetrieb. „Es darf keine schützende Hand aus ideologischen Netzwerken geben. Wer sich an Unmündigen vergeht, hat jegliches Recht verwirkt, Teil des öffentlich geförderten oder gewürdigten Kulturlebens zu sein. Das sind wir den Opfern schuldig“, schließt Smolej.