Als „völlig unverständlich und sozialpolitisch brandgefährlich“ bezeichnet der freiheitliche Landesparteiobmann Alexander Petschnig das starre Festhalten von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil an der umstrittenen Herzchirurgie an der Klinik Oberwart. Angesichts des drohenden negativen Bescheids des Landesverwaltungsgerichts, von dem mittlerweile sogar Doskozil persönlich ausgeht, und der klaren Absage der Bundes-Zielsteuerungskommission zeige der Landeshauptmann einmal mehr einen Hang zur Realitätsverweigerung: „Doskozil agiert leider nicht als verantwortungsvoller Gesundheitsreferent, sondern als jemand, der nur in Prestigeprojekten denkt - koste es was es wolle! Ein burgenländischer Alleingang, der die gesetzlichen Mindesteinzugsgebiete des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) von 800.000 Einwohnern dramatisch unterschreitet, wird nicht nur absehbar Schiffbruch erleiden, sondern gefährdet die Qualität der Patientenversorgung“, warnt Petschnig.
Zusätzliche Problematik ist der damit verbundene sozialpolitische Kahlschlag in der Fläche: „Geld fehlt für Landärzte und Studienplatzförderungen!“.
Besonders dramatisch stellt sich die Situation aus sozialpolitischer Sicht dar. Während Millionen in ein unsicheres Prestigeprojekt fließen, blutet die medizinische Basisversorgung im Burgenland regelrecht aus. „Wir erleben einen echten Kahlschlag bei der medizinischen Grundversorgung im ländlichen Raum. Uns fehlen überall Kassen- und Landärzte, die Wartezeiten für Routine- und Facharzttermine explodieren. Und dabei schaut die SPÖ leider tatenlos zu. Statt Millionen in ein fragwürdiges Leuchtturmprojekt zu stecken, sollte dieses Geld zwingend in den Erhalt der Hausarztstrukturen und in die flächendeckende Primärversorgung investiert werden“, so der FPÖ-Landesparteiobmann.
Scharfe Kritik übt Petschnig auch an den Versäumnissen bei der medizinischen Ausbildung: „Wir müssen junge Mediziner im Land halten. Das gelingt aber nur durch attraktive universitäre Ausbildungsförderungen und Stipendien, die an eine spätere Praxis im Burgenland gekoppelt sind. Auch hier spart Doskozil an der völlig falschen Stelle! Das Burgenland braucht eine vorausschauende Strukturpolitik statt kurzfristiger Show-Politik für Schlagzeilen“.
Die FPÖ spricht sich für einen sofortigen Kurswechsel aus und fordert den Landeshauptmann auf, das Erkenntnis des Verwaltungsgerichts zu akzeptieren und die unkontrollierte Mittelverschwendung zu stoppen: „Unser Gesundheitssystem muss vom Fundament her gesund sein – und dieses Fundament ist der Landarzt im Ort und eine funktionierende Ausbildung. Fasst das Landesverwaltungsgericht den erwartbaren Beschluss, muss Doskozil sein Herzchirurgie-Experiment beenden, bevor noch mehr Steuergeld verbrannt wird und noch mehr Arztpraxen in den Gemeinden verwaist sind“, schließt Petschnig.