20. Oktober 2026

Energieplan für Gemeinden: Grüne Wiese für Investoren, Vorgaben für Häuslbauer

FPÖ-Energiesprecher Waldmann nimmt den 322-seitigen Energieplan der landeseigenen Energieberatung für Lockenhaus auseinander. Dieselbe Firma erstellt solche Pläne in mehreren Bezirken.

Im neuen Energieplan heißt die grüne Wiese jetzt Vorrangfläche. Die Energieberatung Burgenland GmbH gehört je zur Hälfte der Burgenland Energie AG und der Landesholding. Sie hat für Lockenhaus einen kommunalen Energieplan mit 322 Seiten erstellt, Stand 30. September 2026. Laut eigenen Veröffentlichungen arbeitet sie solche Pläne für Gemeinden in mehreren Bezirken aus, unter anderem für Piringsdorf, Kobersdorf, Weppersdorf, Loipersdorf-Kitzladen, Apetlon, Sigleß und Minihof-Liebau.

Der Plan sieht die „Ausweisung von Vorrangflächen für PV-Großanlagen“ vor, „sowohl auf Freiflächen als auch in Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung (Agri-PV)“. Laut Zeitplan sollen die Energieflächen 2026/27 gewidmet werden. Flächen für Agri-PV sollen „zeitnah in den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan“. Das erklärte Ziel ist „Planungssicherheit für Investoren“. Welche Flächen gemeint sind, steht nicht drin, festgelegt ist laut Kurzbericht noch keine.

„Dach zuerst, Acker zuletzt. Planungssicherheit für Investoren auf der grünen Wiese ist kein Energieplan für die Gemeinde, sondern ein Geschäftsplan für andere“, stellt FPÖ-Energiesprecher LAbg. Sandro Waldmann klar.

Ein Verbot für private Heizungen enthält der Plan nicht. Er gibt aber die Richtung vor:

– Dekarbonisierung bis 2040, ausdrücklich auch für private Haushalte
– „vollständiger Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme in Haushalten“
– „regulatorische Verankerung“ der Ziele
– Mindestanforderungen an Heizungssysteme „auch für Neubauten im privaten und betrieblichen Bereich“
– ein Nahwärmekonzept, „das fossile Einzelheizungen ersetzt“

Der Gemeinderat soll das laut Plan „verbindlich festlegen“, und zwar „zeitnah“.

„Was heute im Energieplan als Ziel steht, steht morgen im Bebauungsplan“, warnt Waldmann.

Ein Einzelfall ist Lockenhaus dabei nicht. Flächenwidmung für Energieanlagen, planerische Vorgaben für Sanierungen und Wärmeversorgungsgebiete sind Pflichtinhalte des Förderprogramms des Klima- und Energiefonds für kommunale Energiepläne. Das erklärte Ziel des Programms ist, dass die Strategie in das örtliche Entwicklungskonzept der Gemeinde aufgenommen wird.

Auch beim Strom kommt die Empfehlung aus dem eigenen Haus. Der Plan empfiehlt der Gemeinde „dringend“ den Beitritt zum Fanclub der Burgenland Energie, und zwar mit sämtlichen Zählpunkten. Laut Firmenbuch ist ein Philip Payer Geschäftsführer der Energieberatung Burgenland. Laut Impressum des Fanclubs sitzt ein Philip Payer in dessen Vorstand. Eine eigene Energiegemeinschaft der Gemeinde wurde nicht durchgerechnet. Andere Energiegemeinschaften als Alternative kommen gar nicht vor. Im Plan bezeichnet sich die Firma als „unabhängig“.

„Da prüft der Wirt sein eigenes Gulasch und schreibt dann auf die Speisekarte, es sei das beste im Ort“, so Waldmann abschließend.

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