27. Oktober 2026

Drei Prozent für wenige - höhere Netzentgelte für alle

FPÖ-Energiesprecher Waldmann: Angebot nur in 31 Gemeinden, Ertrag bleibt beim Konzern – beim kleinsten Paket ist die Ausstiegsgebühr höher als der gesamte Ertrag

Die Burgenland Energie verkauft Anteile an Wind- und Photovoltaikanlagen mit drei Prozent Fixvergütung. Kaufen dürfen aber nur Einwohner von 31 Gemeinden, das Burgenland hat 171. Für FPÖ-Energiesprecher LAbg. Sandro Waldmann geht das Modell am eigentlichen Problem vorbei.

„Wer 500 oder 5.000 Euro auf der Seite hat, bekommt drei Prozent. Wer jeden Monat schauen muss, wie er die Stromrechnung zahlt, bekommt gar nichts. Ein billigerer Strompreis wäre ein Gewinn für alle Burgenländer – nicht nur für die, die Geld übrig haben“, sagt Waldmann.

Laut Burgenland Energie ist die Vergütung ausdrücklich unabhängig vom Ertrag der Anlagen. Der Bürger ist also nicht am Gewinn beteiligt. Wirtschaftlich stellt er dem Konzern Geld zu einem fixen Satz zur Verfügung, und der Ertrag aus Wind und Sonne bleibt bei der Burgenland Energie.

„Das ist keine Beteiligung am Ertrag, das ist ein Fixzins beim Landesenergieversorger. Die Windräder verdienen, der Bürger bekommt seine drei Prozent, und an der Stromrechnung ändert sich nichts“, so Waldmann.

Dazu kommt das Kleingedruckte. Wer vor Ablauf der fünf Jahre aussteigt, zahlt 100 Euro Bearbeitungsgebühr. Das Bronze-Paket um 500 Euro bringt 15 Euro im Jahr, über die gesamte Laufzeit also 75 Euro. Die Gebühr für den Ausstieg ist damit höher als alles, was dieses Paket überhaupt abwerfen kann.

„Das kleinste Paket ist das für die kleinen Leute. Und genau dort frisst die Gebühr den ganzen Ertrag“, sagt Waldmann.

„Die drei Prozent bekommen wenige. Die höheren Netzentgelte zahlt wieder jeder“, sagt Waldmann. Laut E-Control trägt das Burgenland mit plus 16,1 Prozent die stärkste Erhöhung der Stromnetzentgelte aller Bundesländer. Die betrifft jeden Haushalt in allen 171 Gemeinden, auch die Pensionistin, die nichts auf der Seite hat. „Übers Jahr gerechnet erzeugt das Burgenland mehr Windstrom, als es verbraucht, und trotzdem steigen hier die Netzkosten am stärksten. Wenn die Burgenland Energie den Menschen wirklich etwas zurückgeben will, dann über die Stromrechnung und nicht über ein Angebot für ein paar Gemeinden.“

Die FPÖ fordert, dass die Burgenland Energie die Erträge aus Wind und Sonne über einen niedrigeren Strompreis an alle Kunden im Burgenland weitergibt.

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