Die Entwicklungen rund um die Herzchirurgie in Oberwart und die gleichzeitige Einstellung von Förderprogrammen für angehende Mediziner zeigen ein klares Muster: Die Gesundheitspolitik der burgenländischen SPÖ steuert in eine gefährliche Richtung.
Die Fakten liegen auf dem Tisch.
Für eine sichere und qualitativ hochwertige Herzchirurgie braucht es laut internationalen Standards rund 500 Eingriffe pro Jahr. Im Burgenland ist man davon weit entfernt. Das Einzugsgebiet gibt realistisch etwa 300 Operationen jährlich her. Tatsächlich wurden zuletzt nur 240 burgenländische Patienten außerhalb behandelt!
Auch die immer wieder ins Treffen geführten langen Wartezeiten halten einer Überprüfung nicht stand: Im März 2026 stand ein einziger Burgenländer auf der Warteliste in Graz. Dieser wurde operiert. Akute Fälle werden ohnehin sofort behandelt, planbare Eingriffe erfolgen im üblichen Zeitraum.
Das ist die Realität.
Gleichzeitig warnen Experten klar vor den Risiken kleiner Strukturen: Weniger Fallzahlen bedeuten weniger Routine. Weniger Routine erhöht das Risiko für Patienten. Dazu kommt die Gefahr, dass durch überhöhte Gehälter Personal aus funktionierenden Zentren abgezogen wird – mit negativen Folgen für die gesamte Versorgung.
Zusätzliche Klarheit bringt auch die Einschätzung eines ausgewiesenen Fachmanns: Der renommierte Herzchirurg Ernst Wolner, der das burgenländische Spitalswesen genau kennt, spricht sich klar für einen anderen Zugang aus. Er zeigt auf, dass gerade in anderen Bereichen – insbesondere bei orthopädischen Eingriffen – die längsten Wartelisten bestehen. Dort liegt der tatsächliche Handlungsbedarf.
Und während dieses riskante Prestigeprojekt vorangetrieben wird, setzt die SPÖ im Burgenland den nächsten Schritt: Stipendien und Förderungen für Medizinstudenten werden gestrichen.
Programme, die den eigenen Nachwuchs sichern sollten, werden abrupt beendet. Noch vor kurzer Zeit als Lösung für den Ärztemangel verkauft – heute einfach abgedreht.
Das ist definitiv ein schwerer Fehler.
Denn wer bei der Ausbildung spart und gleichzeitig versucht, mit Geld Ärzte aus anderen Bundesländern abzuwerben, baut keine nachhaltige Versorgung auf. Er verschiebt Probleme – und riskiert die Qualität für die Zukunft.
Landeshauptmann Doskozil wäre gut beraten, endlich auf die Stimmen aus der eigenen Bundespartei zu hören und einen klaren Schritt zu setzen:
Das Projekt Herzchirurgie in dieser Form gehört gestoppt. Die Versorgung der Burgenländer muss weiterhin in erfahrenen Spezialkliniken erfolgen, wo Routine und Qualität gewährleistet sind. Und vor allem: Die Ausbildung junger Ärzte muss konsequent weiter gefördert werden.
Alles andere führt weg von einer hervorragenden medizinischen Versorgungssicherheit im Burgenland.
Die Menschen im Burgenland haben Anspruch auf die bestmögliche medizinische Betreuung.
Politische Prestigeprojekte dürfen dabei keine Rolle spielen.