24. August 2026

Doskozils E-Auto-Ziele fahren der Realität davon

50.000 E-Autos bis 2030: Verfünffachung des Bestandes ist keine realistische Mobilitätspolitik

„Die SPÖ-Landesregierung setzt den Burgenländern wieder einmal gewaltige Ziele vor die Nase, ohne schlüssig zu erklären, wie der Weg dorthin aussehen und vor allem, wer ihn bezahlen soll“, kritisiert FPÖ-Klubobmann LAbg. Christian Ries die E-Mobilitätsstrategie des Landes.

Die Zahlen aus dem aktuellen Energiewende-Check zeigen die Dimension: Bis 2030 sollen mehr als 50.000 Elektroautos auf Burgenlands Straßen unterwegs und mehr als 95 Prozent der Pkw-Neuzulassungen emissionsfrei sein. Mitte 2026 waren jedoch lediglich 9.789 vollelektrische Pkw zugelassen. Das entspricht 4,6 Prozent des gesamten Pkw-Bestandes.

„Von nicht einmal 10.000 auf mehr als 50.000 E-Pkw innerhalb von vier Jahren bedeutet nichts anderes als eine Verfünffachung des Bestandes. Das ist keine seriöse Zielsetzung, sondern schlicht utopisch. Vielleicht ist diese Zahl auch eher als freundliches Zwinkern an die fügsame Koalitionspartnerin zu verstehen als als reale Zielvorstellung. Man weiß schließlich nie, wofür man das grüne Feigenblatt noch brauchen kann“, so Ries.

Dabei werde ein entscheidender Punkt ausgeblendet: Für viele Burgenländer müsse ein Fahrzeug vor allem leistbar und alltagstauglich sein. Die Anschaffungskosten eines vergleichbaren Elektro-Pkw liegen vielfach erheblich über jenen eines Verbrenners. Hinzu komme die Frage der Lademöglichkeit.

„Wer zu Hause über Nacht ohne Zeitdruck laden kann, für den kann ein Elektroauto durchaus interessant sein. Wer diese Möglichkeit nicht hat, täglich längere Strecken pendelt und auf öffentliche oder gewerbliche Ladeinfrastruktur angewiesen ist, für den schaut die Rechnung schon ganz anders aus. Ladezeiten, Ladepreise, Reichweite und Anschaffungskosten kann man nicht einfach aus einem Strategiepapier streichen“, erklärt Ries.

Gerade im Burgenland sei das besonders relevant. Selbst der Energiewende-Check halte fest, dass das Burgenland als Pendlerland stark vom Straßenverkehr abhängig ist. „Ein Pendler im Südburgenland braucht sein Auto nicht zur politischen Selbstverwirklichung, sondern um verlässlich zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Er kauft kein neues Fahrzeug, nur weil die Landesregierung für 2030 eine Quote ausgerufen hat.“

Ries fordert daher eine nachvollziehbare Darstellung, wie die Verfünffachung des E-Pkw-Bestandes innerhalb von vier Jahren tatsächlich erreicht werden soll, welche Investitionen in die Ladeinfrastruktur dafür erforderlich sind und welche Kosten dadurch für Land, Gemeinden und Bürger entstehen.

„Mobilitätspolitik muss sich nach den Menschen richten und nicht die Menschen nach den Wunschvorstellungen der Politik. Wer ein Elektroauto fahren will und für wen es wirtschaftlich und praktisch passt, soll das selbstverständlich tun. Aber welches Auto für eine Familie oder einen Pendler das richtige ist, entscheidet am Ende derjenige, der es braucht und bezahlt – und nicht die SPÖ-Landesregierung“, so Ries abschließend.

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