06. November 2026

Datencenter Nickelsdorf: 500 Megawatt, unbekannte Investoren und offene Fragen

FPÖ-Abgeordnete Mario Jaksch und Sandro Waldmann fordern Transparenz, verbindliche Zusagen zu Arbeitsplätzen und Schutz der Stromkunden vor zusätzlichen Netzkosten.

Scharfe Kritik üben die FPÖ-Landtagsabgeordneten Mario Jaksch und Sandro Waldmann an den bisherigen Informationen zum geplanten 500-Megawatt-Datencenter in Nickelsdorf. Weder ein konkreter Investor noch die Investitionskosten oder die Zahl der zu erwartenden Arbeitsplätze sind bislang bekannt. Auch eine Präsentation für Gemeinderäte brachte nach Angaben eines teilnehmenden FPÖ-Mandatars kaum Antworten.

„Das war eine Propagandashow. Wer einen derart massiven Eingriff vorbereitet, muss Antworten liefern. Wir fordern sie seit dem Sommer und zuletzt im Landtag“, kritisiert FPÖ-Bezirksparteiobmann Mario Jaksch. Besonders bedenklich sei, dass die Öffentlichkeit erst informiert werden soll, wenn ein Investor die vorgegebenen Kriterien erfüllt hat. „Erst alles hinter verschlossenen Türen vorbereiten und dann die Bürger vor fertige Entscheidungen stellen. So werden Gemeinderäte und Bevölkerung für dumm verkauft“, so Jaksch.

Für FPÖ-Energiesprecher Sandro Waldmann stehen vor allem die Auswirkungen auf die Stromversorgung und die Netzkosten im Mittelpunkt. Eine Anlage mit 500 Megawatt Leistungsbedarf könnte bei durchgehendem Volllastbetrieb täglich 12.000 Megawattstunden Strom benötigen. Waldmann warnt davor, die damit verbundenen Infrastrukturkosten auf die Haushalte abzuwälzen.

„Die Burgenländer zahlen heuer um 16,1 Prozent mehr Netzentgelt. Und jetzt soll eine Anlage ans Netz, die rund um die Uhr Strom braucht wie eine Großstadt. Wer so eine Last anhängt, zahlt den Netzausbau selbst. Das zahlen nicht der Pendler und nicht die Pensionistin über die nächste Stromrechnung“, stellt Waldmann klar.

Auch der Wasserbedarf und der tatsächliche wirtschaftliche Nutzen des Projekts werfen für Jaksch Fragen auf. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Rechenzentren. Aber Geheimniskrämerei und eine fragwürdige Standortwahl akzeptieren wir nicht. Erst alle Fakten auf den Tisch, dann entscheiden!“, fordert Jaksch.

Die beiden FPÖ-Abgeordneten verlangen daher, dass vor verbindlichen Vertragsabschlüssen der Investor, die geplanten Arbeitsplätze und Lehrstellen sowie die Kosten für Netzanschluss und Netzausbau offengelegt werden. Zudem müsse sichergestellt werden, dass projektbedingte Netzkosten nicht auf die burgenländischen Haushalte abgewälzt werden.

„Die Leute sind verunsichert, weil keiner sagt, wer kommt, was es kostet und wie viele Burgenländer dort tatsächlich Arbeit finden. Ein Datencenter, bei dem schon der Chef nicht weiß, ob es Jobs bringt, ist keine Standortpolitik. Es ist eine Hoffnung auf Pump“, so Waldmann abschließend.

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