Der Verbund steigt aus dem Wasserstoff-Projekt in Zurndorf aus. Das berichtet der Kurier. Damit bricht der nächste Baustein der burgenländischen „Energieunabhängigkeit" weg. Für FPÖ-Energiesprecher LAbg. Sandro Waldmann ist das der Beweis: „Das Kartenhaus der rot-grünen Energiepolitik fällt Stück für Stück in sich zusammen.“
2022 haben Landeshauptmann Doskozil, die damalige grüne Klimaschutzministerin Gewessler und Verbund-Chef Strugl den „größten Elektrolyseur Österreichs" angekündigt. Ursprünglich wurden ab 2026 rund 9.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr und im Vollausbau bis 2030 bis zu 40.000 Tonnen in Aussicht gestellt Gebaut wurde nichts. Jetzt zieht sich der Verbund zurück – „nach intensiver interner Prüfung", wie es offiziell heißt.
Dabei war das Projekt von Anfang an nicht durchdacht. Ein Elektrolyseur braucht rund 9 bis 10 Liter Wasser pro Kilogramm Wasserstoff. Für die versprochenen 9.000 Tonnen wären das rund 80 bis 90 Millionen Liter Wasser pro Jahr – ausgerechnet in Zurndorf, in einer der wasserärmsten Regionen Österreichs. Dort fallen unter 600 Millimeter Niederschlag im Jahr — gut die Hälfte des österreichischen Schnitts von rund 1.100 Millimetern. Wo dieses Wasser herkommen soll, hat nie jemand beantwortet.
„Das ist das Muster dieser Landesregierung: Große Ankündigung, null Umsetzung und wenn es scheitert, ist immer jemand anderer schuld. Beim Wasserstoff zeigt die SPÖ auf den Bund. Beim Strom zeigt sie auf Zahlen, die sich selbst widersprechen. Und der Bürger zahlt“, kritisiert Waldmann
Tatsächlich widersprechen sich die Zahlen. 2021 versprach Burgenland Energie Chef Sharma: „2025 werden wir über 3.000 Gigawattstunden produzieren." Der eigene Geschäftsbericht weist 1.200 Gigawattstunden aus. Auf Nachfrage behauptet die Burgenland Energie plötzlich „rund 2.800". Ein Sprung von 1.200 auf 2.800 innerhalb eines Jahres – mit einer Erklärung, die nicht aufgeht.
„Gleichzeitig treibt die Landesregierung das Projekt Tomorrow voran: 2.000 Megawatt Wind und Photovoltaik – das entspricht bei normalen Volllaststunden rund 4.000 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Finanziert mit 1,3 Milliarden Euro Kredit und rund 200 Millionen Euro Eigenkapital, davon über 100 Millionen Euro vom Land. Ein Milliarden-Projekt, das auf Zahlen aufbaut, die nicht stimmen“, moniert Waldmann.
„Das Kartenhaus hat drei Säulen: Strom, Speicher, Wasserstoff", so Waldmann. „Beim Strom stimmen die Zahlen nicht. Beim Speicher wurde 2022 mit CMBlu ein europaweit einzigartiges organisches Speicherkonzept mit hunderten Megawattstunden angekündigt. Ein Pilot wurde zwar geliefert, der damals angekündigte großflächige Ausbau in dieser Technologie ist bis heute jedoch nicht Realität. Und jetzt bricht auch der Wasserstoff weg. Was bleibt, ist ein Milliarden-Kredit und ein Versprechen, das keiner halten kann."
Die Rechnung zahlen die Burgenländer. Das Strom-Netzentgelt ist heuer um 16,1 Prozent gestiegen – der höchste Anstieg Österreichs. Der Grund: Die SPÖ baut Wind und Photovoltaik massiv aus ohne dass der Netzausbau Hand in Hand mitgeht. Die Kosten dafür landen beim Stromkunden. Beim Gas sind es 25 Prozent. Und die rot-grüne Koalition hat am 25. Juni im Landtag die teilweise Stilllegung der Gasnetze beschlossen – und schreibt in den eigenen Beschluss hinein, dass den verbleibenden Gaskunden „erhebliche Kostensteigerungen" drohen.
„Die Landesregierung weiß, dass ihre Politik die Burgenländer immer mehr kostet – und zieht sie trotzdem durch“, kritisiert Waldmann. „Das ist keine sozial verträgliche Energiepolitik. Das ist eine Politik auf Kosten der Burgenländer.