Die dramatische Entwicklung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Burgenland erreicht einen neuen Höhepunkt. Nachdem bereits die ehemalige Landeskoordinatorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Korinna Schumann öffentlich Alarm geschlagen und aus Protest ihre Funktion zurückgelegt hatte, tritt nun auch der ärztliche Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Sozialen Dienste Eisenstadt zurück. Für FPÖ-Klubobmann Christian Ries ist damit endgültig offensichtlich, dass die Gesundheitspolitik von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vor einem Scherbenhaufen steht.
„Wenn mittlerweile nicht nur ehemalige Landeskoordinatoren, sondern selbst der ärztliche Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Protest zurücktritt und öffentlich von strukturellem Versagen gesprochen wird, dann ist das ein mehr als deutliches Warnsignal. Spätestens jetzt kann niemand mehr behaupten, von diesen Problemen nichts gewusst zu haben“, erklärt Ries.
Besonders alarmierend sei, dass trotz dieser dramatischen Entwicklungen bis heute keine ausreichenden personellen Maßnahmen gesetzt wurden. Fehlende Tageskliniken, mangelnde ambulante Angebote, überlastete Strukturen und massive Personalprobleme würden mittlerweile offen angesprochen.
„Die SPÖ-Landesregierung hat es jahrelang verabsäumt, rechtzeitig gegenzusteuern. Gleichzeitig haben die überschießenden Maßnahmen der Landeshauptleute sowie der damaligen schwarz-grünen Bundesregierung während der Coronazeit bei vielen Kindern und Jugendlichen überhaupt erst zu einem massiv erhöhten Bedarf an psychologischer und psychiatrischer Betreuung geführt. Auf diese Entwicklung wurde bis heute nicht ausreichend reagiert“, so Ries.
Besonders kritisch sieht die FPÖ Burgenland, dass Landeshauptmann Doskozil offenbar politische Lieblingsprojekte priorisiert, während gleichzeitig die flächendeckende medizinische Versorgung zunehmend ausgehöhlt werde. Nicht nur Fachärzte verschiedenster Richtungen könnten immer schwieriger nachbesetzt werden – auch die Zahl der Landärzte nehme seit Jahren sichtbar ab.
„Die Entwicklung ist längst absehbar. Immer mehr Ärzte gehen in Pension oder verlassen das System, gleichzeitig fehlen ausreichende Nachbesetzungen und langfristige Konzepte.
Wer heute nicht gegensteuert, nimmt bewusst eine künftige Unterversorgung der Bevölkerung in Kauf“, warnt Ries.
Auch bei der geplanten Herzchirurgie in Oberwart hänge die Finanzierung noch immer in der Luft – eine Vorgangsweise, die nicht nur höchst unüblich, sondern schlichtweg amateurhaft sei.
Die FPÖ Burgenland fordert daher eine ehrliche Bestandsaufnahme der tatsächlichen Versorgungslage, einen sofortigen Maßnahmenplan zur Sicherstellung der Facharzt- und Landarztversorgung sowie den raschen Ausbau wohnortnaher psychologischer und psychiatrischer Angebote für Kinder und Jugendliche.
„Die Menschen erwarten sich Lösungen und keine PR-Kampagnen. Gesundheitspolitik entscheidet am Ende darüber, ob Menschen rechtzeitig Hilfe bekommen oder alleine gelassen werden. Genau hier zeigt sich mittlerweile das schwere Versagen der SPÖ-Gesundheitspolitik im Burgenland“, so Ries abschließend.