Das Modell „Burgenland Strom“ wird derzeit mit einem Preis von 10 Cent pro Kilowattstunde beworben. Für den freiheitlichen Landtagsabgeordneten und Energiesprecher Sandro Waldmann zeigt jedoch bereits ein Blick auf Homepage und Vertragsdetails: Der kommunizierte Preis bildet nicht die tatsächlichen Gesamtkosten für Haushalte ab.
Teilpreis statt Gesamtpreis
Der beworbene Tarif bezieht sich auf einen Verbrauchspreis ohne Grundpreis, Netzkosten, Abgaben und Steuern. Damit ist klar: Die 10 Cent sind kein Gesamtpreis, sondern nur ein Teilbetrag. Was die Menschen am Ende tatsächlich zahlen, liegt deutlich darüber.
Zudem wird laut Modell nicht der gesamte Strombedarf zu diesem Preis gedeckt. Ein Teil wird weiterhin über andere Tarife bezogen. Damit entsteht ein Mischpreis – von einem einheitlichen Fixpreis kann keine Rede sein.
Auch beim Mitgliedsbeitrag bleiben Unklarheiten
Während öffentlich von „0 Euro Mitgliedsbeitrag“ gesprochen wird, finden sich in den Details Hinweise auf eine monatliche Teilnahmegebühr innerhalb der Energiegemeinschaft. Hier stellt sich die Frage, für wen diese tatsächlich entfällt – und für wen nicht.
Preisgarantie mit Einschränkungen
Das Modell basiert auf regional erzeugter Energie. Ob und in welchem Ausmaß der günstige Preis tatsächlich dauerhaft zur Anwendung kommt, hängt damit auch von der Verfügbarkeit dieser Energie ab.
„Mehr Klarheit wäre notwendig“
Abschließend hält Waldmann fest: „Ein genauer Blick zeigt: Der beworbene Preis ist nur ein Teil der Rechnung. Gerade bei Energiepreisen braucht es volle Transparenz. Die Menschen sollen klar erkennen können, was sie tatsächlich bezahlen – ohne Interpretationsspielraum.“