08. September 2026

„Baba, Beton!“ - Ein Jahr Umwelt-Marketing für einen Tag Flächenverbrauch

Alle angekündigten Entsiegelungen zusammen entsprechen gerade einmal dem Flächenverbrauch eines einzigen Tages.

Für FPÖ-Klubobmann und Umweltsprecher Christian Ries bestätigt die Beantwortung seiner parlamentarischen Anfrage den Eindruck, dass die groß angekündigte Aktion „Baba, Beton!“ bislang mehr grünes Umwelt-Marketing als tatsächliche Entsiegelungsoffensive ist.

„Wer eine landesweite Offensive gegen Bodenversiegelung startet, sollte zumindest erheben können, wie viele Quadratmeter im Burgenland tatsächlich entsiegelt werden. Genau das kann die zuständige grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin nicht beantworten“, kritisiert Ries. Laut Anfragebeantwortung werden tatsächliche Entsiegelungen derzeit nicht als eigener Indikator erfasst.

Besonders deutlich werde die Dimension, wenn man sämtliche beim Wettbewerb bezifferten Flächen zusammenrechne: Bereits erfolgte und angekündigte Entsiegelungen ergeben insgesamt rund 6.160 Quadratmeter. Demgegenüber werden im Burgenland laut ÖROK im Durchschnitt rund 0,6 Hektar oder 6.000 Quadratmeter Fläche pro Tag neu in Anspruch genommen.

„Damit entspricht alles, was bei ,Baba, Beton!‘ bislang an Entsiegelungsfläche auf dem Papier steht, ziemlich genau dem Flächenverbrauch eines einzigen Tages im Burgenland. Und selbst von diesen rund 6.160 Quadratmetern waren zum Zeitpunkt der Beantwortung erst 340 Quadratmeter tatsächlich entsiegelt. Der Rest ist größtenteils Zukunftsmusik“, so Ries.

Bemerkenswert sei auch die Vergabe der finanziellen Förderung. Von allen Einreichungen erhält ausschließlich Frankenau-Unterpullendorf 100.000 Euro für das Siegerprojekt. „Ausgerechnet jene Gemeinde, in der der grüne Landtagsabgeordnete Philip Juranich Gemeinderat und Gemeindekassier ist, erhält als einzige das Preisgeld. Ich unterstelle der Jury keine politische Einflussnahme – aber diese Optik darf man durchaus bemerkenswert finden.“

Für Ries passe „Baba, Beton!“ damit exemplarisch zur Rolle der Grünen in der Landesregierung: „Die Grünen sind das grüne Feigenblatt der Alleinregierung Doskozil II. Sie sollen Umweltpolitik für Doskozil einigermaßen glaubhaft abdecken – und damit hat es sich offenbar auch schon. Ein griffiger Titel, Veranstaltungen, Pressefotos und 150.000 Euro Budget machen noch keine Entsiegelungsoffensive.“

Ries abschließend: „Wenn die gesamte angekündigte Entsiegelung eines landesweiten Vorzeigeprojekts gerade einmal einen einzigen Tag Flächenverbrauch kompensiert, dann ist das vor allem eines: viel Schein und äußerst wenig Sein.“

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