„Das Land spricht selbst von rund 65 Millionen Euro Dürreschäden im Burgenland. Jetzt stellt Haider-Wallner 300.000 Euro für Futtermittelzukäufe bereit und verkauft das als große Hilfe. Das sind weniger als 0,5 Prozent der genannten Schadenssumme. Unsere Bauern können rechnen“, erklärt Karacsony.
Die Förderung beträgt maximal 5.000 Euro pro Betrieb. Förderfähig sind Futtermittelzukäufe ab 1. Juli, Anträge können laut Land voraussichtlich erst ab Mitte Oktober gestellt werden. Die Rechnungen müssen bei der Antragstellung bereits vorliegen.
Karacsony: „Genau da liegt das Problem. Der Bauer braucht das Futter jetzt. Er muss es jetzt kaufen und bezahlen. Die Förderung kommt irgendwann später. Wer einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, weiß, dass Rechnungen nicht bis Mitte Oktober warten.“
Dabei dürfe man auch die vielen kleinen Betriebe nicht vergessen. „Es gibt im Burgenland genügend kleinere Höfe und Tierhalter, die vielleicht nur wenige Pferde eingestellt haben und trotzdem jeden Ballen Heu und jedes Kilo Einstreu zukaufen müssen. Ebenso trifft es unsere Rinderbauern, die unter dem Mangel an Heu und Stroh besonders leiden. Gerade dort summieren sich die Kosten sehr schnell.“
Zusätzlich steigen die laufenden Belastungen für die Betriebe. Energie, Maschinen, Instandhaltung und die Anlieferung von Futtermitteln schlagen sich in den Betriebskosten nieder.
„Wenn das Heu knapp ist und von weiter weg herangeschafft werden muss, bezahlt der Bauer eben nicht nur das Futter. Transport, Treibstoff, Maschinen und laufende Betriebskosten hängen mit dran. Genau deshalb muss man sich die tatsächliche Belastung eines Betriebes anschauen und darf sich nicht mit einer schönen Fördersumme in einer Presseaussendung zufriedengeben“, so Karacsony.
Für Karacsony reicht es nicht, nach jedem Schadensereignis eine neue Sonderförderung anzukündigen. Er fordert einen dauerhaft dotierten Agrar-Krisenfonds des Landes, der bei Dürre, Frost, Hagel oder massiven Futterausfällen rasch aktiviert werden kann.
„Wir wissen seit Jahren, dass Wetterextreme unsere Landwirtschaft immer stärker treffen. Dann muss auch die Unterstützung vorbereitet sein. Ein fixer Krisenfonds, klare Kriterien und Akontozahlungen würden dafür sorgen, dass Geld innerhalb kurzer Zeit bei den betroffenen Betrieben ankommt.“
Auch bei der Vorsorge sieht Karacsony Handlungsbedarf. Investitionen in Wasserspeicherung, Bewässerung, Futterlager und betriebliche Vorsorge müssten über mehrere Jahre planbar unterstützt werden. Darüber hinaus brauche es einen Härtefallmechanismus für Betriebe, die aufgrund außergewöhnlicher Schäden kurzfristig in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Der Bund hat ein Dürrepaket von 240 Millionen Euro beschlossen. Es umfasst unter anderem Entlastungen bei Sozialversicherungsbeiträgen, Kredithilfen und eine höhere Förderung der Dürreversicherung ab 2027.
„Haider-Wallner fordert vom Bund langfristige Lösungen. Im eigenen Verantwortungsbereich legt sie 300.000 Euro auf den Tisch und lässt die Bauern ihre Futtermittel zunächst selbst vorfinanzieren. Diesen Widerspruch darf man ruhig ansprechen“, so Karacsony.
Karacsony abschließend: „Unsere Bauern brauchen Verlässlichkeit über das ganze Jahr. Wenn die Ernte ausfällt oder das Futter fehlt, muss die Hilfe schnell funktionieren. Wir wollen einen fixen Agrar-Krisenfonds, rasche Vorschüsse und Förderungen für Vorsorge. Damit weiß jeder Betrieb schon vor der nächsten Krise, worauf er sich verlassen kann.“