30. April 2026

100 Millionen für Agrardiesel: Ein Tropfen auf den heißen Stein

Die große Ankündigung ist da: 100 Millionen Euro für den Agrardiesel – auf zwei Jahre verteilt. Klingt nach viel Geld. Ist es aber nicht.

Rechnet man ehrlich nach, bleiben rund 18 bis 20 Euro pro Hektar und Jahr übrig.
Das ist kein Befreiungsschlag – das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Mit ein paar Euro pro Hektar löst man keine Probleme.
Man verschiebt sie höchstens.

Zwei Demos – und das ist das Ergebnis?

Die Bauern sind heuer gleich zweimal aufgestanden:

- in Parndorf 
- und am 1. April in Wien 

Mit klaren Forderungen:
- faire Preise 
- weniger Bürokratie 
- Herkunftskennzeichnung 
- Schutz vor Billigimporten 

Und was kommt jetzt als Antwort?

100 Millionen Euro auf zwei Jahre verteilt.

Das ist zu wenig – und das weiß draußen am Hof jeder.

Scheinheiligkeit hat Methode

Besonders bitter ist, wer diese Maßnahme jetzt als großen Erfolg verkauft:

der Bauernbund und die ÖVP.

Bei den Demos:
große Worte 
klare Forderungen 
starke Auftritte 

In der politischen Realität:
Herkunftskennzeichnung wird im Parlament blockiert 
Anträge werden abgelehnt oder vertagt (zuletzt im März im Ausschuss) 
echte Maßnahmen bleiben aus 

Das ist keine Interessenvertretung – das ist Scheinheiligkeit.

Das eigentliche Problem wird ignoriert

Die Bauern haben kein Dieselproblem allein.

Sie haben ein Systemproblem:

Erzeugerpreise fallen (Milch, Fleisch) 
Betriebsmittel explodieren 
keine Stabilität, keine Planungssicherheit 

Und gleichzeitig wird ihnen erklärt, die Einkommen seien gestiegen.

Da kann man nur sagen:
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst geschrieben hast.

Was wirklich notwendig wäre

Die Lösung liegt nicht in Almosen, sondern in klarer Politik:

verpflichtende Herkunftskennzeichnung 
gleiche Standards für Importware 
Schutz der heimischen Produktion 

Denn eines ist klar:
Solange billig produziert wird im Ausland und ohne Kennzeichnung im Regal landet,
hat der heimische Bauer keine Chance.

Klartext

Als Landesparteisekretär, Obmann der Freiheitlichen Bauernschaft und Bundesrat – und als Bauer mit Leib und Seele – sage ich:

Die 100 Millionen Euro sind kein Durchbruch.
Sie sind ein Zeichen dafür, wie wenig man die Lage wirklich verstanden hat.

Die Bauern brauchen keine neuen Überschriften.

Sie brauchen endlich ehrliche Politik und echte Maßnahmen.

Denn eines steht fest:
Mit ein paar Euro pro Hektar rettet man keine Landwirtschaft.

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