Dazu Ries: "Der jüngste Vorschlag des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig, das österreichische Gesundheitssystem in sogenannte Großregionen umzugestalten und dabei das Burgenland "planerisch" zu teilen, ist kein technokratischer Reformvorschlag, sondern ein politisch motivierter Eingriff in die Integrität unseres Bundeslandes. Das Burgenland ist kein Verfügungsobjekt Wiens, und schon gar nicht ein Feld zur Durchsetzung eines Wiener Zentralismusbestrebens."
Für Ries ist dieser Vorschlag völlig indiskutabel und würde aus seiner Sicht nur darauf hinauslaufen, die Wiener "Fass-ohne-Boden-Finanzpolitik" in die Länder zu exportieren. "Wir Burgenländer haben bereits einmal eine Teilung erlebt. Eine neuerliche Aufteilung – auch wenn sie als „Gesundheitsreform“ verpackt wird – werden wir nicht akzeptieren. Es kann nur darum gehen, wie medizinische Versorgung organisiert, finanziert und zugänglich gemacht wird und diese Entscheidungen dürfen nicht nach opportunistischen Landesinteressen, sondern nach sachlichen Kriterien getroffen werden."
Es sei bemerkenswert, dass Wien seinen Reformkurs damit begründet, es trage enorme Lasten im Gesundheitswesen. Fakt sei jedoch: Wien erhält bereits heute deutlich mehr aus dem Bundesfinanzausgleich als das Burgenland und andere Bundesländer und wir daher nicht benachteiligt, sondern eindeutig bevorzugt.
Dazu präzisiert Ries: "Wien hat ein ganz anderes Problem: 72 % aller Mindestsicherungs- u. Sozialhilfebezieher Österreichs leben in Wien, weil Wien in den letzten Jahren besonders spendabel war. Im Vergleich dazu wohnen nur 5 % in Niederösterreich und gar nur 0,9 % im Burgenland. Zugleich verfolgt Wien seit Jahren eine Politik, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Niederösterreich und dem Burgenland zur Verlegung ihres Hauptwohnsitzes nach Wien zu bewegen, weil damit mehr Steuereinnahmen und Fördermittel nach Wien fließen. Wer Menschen als Steuerzahler will, muss sie aber auch als Patientinnen und Patienten gleich behandeln. Ein Wiener Spital bleibt ein österreichisches Spital und Pflichtversicherte haben einen rechtlich und moralisch gleichen Anspruch auf medizinische Versorgung, unabhängig von ihrer Meldeadresse! Das wäre sozial und solidarisch."
Ries stellt für die FPÖ Burgenland klar: "Wir sind nicht für eine Übergabe der Gesundheitskompetenzen an den Bund. Die Länder sollen weiterhin ihre Spitäler verantwortungsvoll steuern. Aber es braucht ein verbindliches Bundesrecht, das sicherstellt, dass die Gesundheitsplanung nicht uneinheitlich, ohne bundesweiten Rahmen und ohne klare Prioritäten erfolgt."
Gerade aktuelle Debatten um eine Herzchirurgie im Burgenland würde die Problematik zeigen: Während führende österreichische Herzchirurgen einhellig zum Schluss kommen, dass ein eigener Standort derzeit weder medizinisch sinnvoll noch bundesweit effizient ist, weil er knappe Fachressourcen zersplittern würde, wird dieses politische Prestigeakt trotzdem vorangetrieben. Das wäre genau der Grund, warum es einen konkreten bundeseinheitlichen Spitals- und Spezialisierungsplan brauchen würde, damit regionale Projekte nicht auf Kosten der Gesamtversorgung und einer sinnvollen Ressourcenverteilung durchgedrückt werden können.
Ries abschließend: "Österreich braucht keine Zerschneidung von Bundesländern, sondern eine bundesweit koordinierte, gerechte und medizinisch fundierte Gesundheitsplanung. Solidarität und Vernunft müssen wieder im Zentrum stehen – nicht regionale Machtspiele und finanzielle Eigeninteressen."