Kritisch reagiert FPÖ-Klubobmann Christian Ries auf die Eröffnung der ersten großen E-Tankstelle der Burgenland Energie in Mattersburg. Während Landeshauptmann Hans Peter Doskozil das Projekt als zukunftsweisendes Mobilitätskonzept präsentiert, stelle sich die Frage, ob hier tatsächlich im Interesse der burgenländischen Bevölkerung oder erneut an deren Bedürfnissen vorbei investiert werde.
„Wer glaubt, dass die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen darin besteht, in jedem Bezirk eine große E-Tankstelle mit Shop, Toiletten, Wetterschutz und allem möglichen Pipapo zu errichten, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Die Menschen brauchen keine politischen Prestigeprojekte, sondern Lösungen, die ihren Alltag tatsächlich erleichtern“, erklärt Ries.
Aus Sicht des FPÖ-Klubobmannes wäre Besitzern von Elektrofahrzeugen wesentlich mehr geholfen, wenn die Burgenland Energie die vorhandenen Mittel für die Errichtung privater Ladeeinrichtungen einsetzen würde.
„Eine Ladestation für einen Pkw kostet einschließlich Montage in der Regel zwischen 1.000 und 1.500 Euro, in aufwendigeren Fällen bis zu 2.000 Euro. Statt große Anlagen an einzelnen Bezirksstandorten zu errichten, sollte die Burgenland Energie Förderungen für Ladestationen bei Einfamilienhäusern, Wohnanlagen und Mietwohnungen ausschütten“, fordert Ries.
Wer sein Fahrzeug regelmäßig zu Hause laden könne, sei nicht darauf angewiesen, zu einer zentralen Ladestation zu fahren und dort auf den Abschluss des Ladevorganges zu warten. Gerade das ist doch einer der Vorzüge eines E-Fahrzeuges. Speziell für Pendler wäre eine dauerhaft verfügbare Lademöglichkeit am unmittelbaren Wohnort die praktischere und sinnvollere Lösung.
„Den Menschen ist mehr geholfen, wenn ihr Fahrzeug während der Nacht vor dem eigenen Haus oder bei der eigenen Wohnung geladen werden kann. Das wäre eine konkrete Unterstützung der Elektromobilität. Eine E-Tankstelle mit Shop und Sanitäranlagen irgendwo im Bezirk ist hingegen vor allem ein öffentlichkeitswirksames Vorzeigeprojekt der Marke Doskozil. Eine Art Volksladestation, die keiner braucht“, so Ries.
Burgenland Energie muss Finanzierung offenlegen
Ries fordert zudem vollständige Transparenz über die Finanzierung der geplanten Anlagen.
„Die Burgenland Energie muss offenlegen, wie viel diese E-Tankstellen kosten, aus welchen Mitteln sie finanziert werden und ob dafür Gelder verwendet werden, die von Stromkunden und Einspeisern erwirtschaftet wurden. Ein landeseigenes Unternehmen darf mit dem Geld seiner Kunden keine politischen Prestigeprojekte finanzieren, während gleichzeitig bei Einspeisetarifen und Vertragsbedingungen der Sparstift angesetzt wird.“
Kritik am Fanclub-Modell
Kritisch sieht Ries auch den wirtschaftlichen Druck zum Beitritt in den Fanclub der Burgenland Energie. Wer Strom einspeise, erhalte außerhalb dieses Modells kaum noch einen annehmbaren Preis.
„Wenn bessere Konditionen praktisch nur noch über eine Fanclub-Mitgliedschaft erreichbar sind, entsteht der Eindruck eines erzwungenen Beitritts. Auch wenn diese Vorgangsweise rechtlich zulässig sein mag, ist sie moralisch höchst bedenklich und abzulehnen“, so Ries.
„Die Burgenland Energie muss ihre Kunden fair behandeln, statt sie durch schlechtere Konditionen in ein Mitgliedschaftsmodell zu drängen. Weniger Selbstdarstellung, weniger Fanclub-Druck und mehr konkrete Unterstützung für Ladestationen bei den Menschen zu Hause – das wäre eine Energiepolitik, die dem Burgenland tatsächlich etwas bringt“, schließt Ries.
15. Juli 2026
E-Ladepaläste mit Shop und WC gehen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei
FPÖ-Klubobmann fordert Förderungen für private Ladestationen statt teurer Prestigeprojekte und kritisiert den Druck zum Beitritt in den Fanclub der Burgenland Energie