07. September 2026

Deutsch muss Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulstart sein

Neue ÖIF-Zahlen zeigen auch im Burgenland Handlungsbedarf – konsequente Deutschförderung gefordert

Das aktuelle Factsheet „Schule und Integration“ des Österreichischen Integrationsfonds zeigt auch für das Burgenland klaren Handlungsbedarf. Für die freiheitliche Bildungssprecherin im Burgenländischen Landtag, LAbg. Michelle Whitfield, steht fest: „Deutsch ist die Grundvoraussetzung für Bildung und Integration. Wer dem Unterricht nicht folgen kann, startet bereits mit einem massiven Nachteil.“

Im Schuljahr 2024/25 hatten im Burgenland 15,8 Prozent der insgesamt 35.058 Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache lag bei 17,9 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich die Herausforderung in den Volksschulen: 548 burgenländische Volksschüler waren außerordentliche Schüler, das entspricht 4,9 Prozent. Als außerordentlich gelten Schüler, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse in Deutschförderklassen oder Deutschförderkursen unterrichtet werden.

Für das Schuljahr 2025/26 wurden im Burgenland zudem 335 außerordentliche Schüler in der 1. Schulstufe gemeldet.

„335 Kinder, die bereits beim Eintritt in die erste Klasse wegen unzureichender Deutschkenntnisse außerordentlich geführt werden, sind für ein kleines Bundesland keine Nebensache“, betont Whitfield. „Die Schule kann nicht erst mit sechs Jahren nachholen, was an früher Sprachförderung notwendig gewesen wäre. Wer dauerhaft in Österreich lebt, trägt auch als Elternteil Verantwortung dafür, dass sein Kind unsere gemeinsame Unterrichtssprache ausreichend beherrscht.“

Wie entscheidend Deutschkenntnisse für den Bildungserfolg sind, zeigen auch die bundesweiten Kompetenzmessungen: Während 41 Prozent der Kinder mit Deutsch als Erstsprache die Bildungsstandards in allen drei untersuchten Deutschbereichen erreichen oder übertreffen, sind es bei Kindern ohne Deutsch als Erstsprache lediglich zehn Prozent.

Für Whitfield müsse daher gelten: frühe Sprachstandsfeststellung, konsequente Deutschförderung und stärkere Verantwortung der Eltern.

Whitfield abschließend: „Bei den außerordentlichen Schülern steht das Burgenland derzeit noch vergleichsweise gut da. Gerade deshalb dürfen wir nicht warten, bis sich Entwicklungen verfestigen, die anderswo bereits deutlich weiter fortgeschritten sind. Unsere Schulen müssen Orte des Lernens, der Leistung und der gemeinsamen deutschen Sprache bleiben.“

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